Springe zum Inhalt

Forschung

Forschungsschwerpunkte

  • Burial archaeology, 'deviant’ burials' und Theoriebildung zum Verständnis von Bestattungssitten und der Aussagemöglichkeit der ‘Grabsprache’ (Materialitätsforschung, Embodiment, Identitätskonzepte)
  • Gotland zur Wikingerzeit
  • Kulturelle Assimiliation, Ethnogenese und frühe Staatenbildung in der Kiewer Rus zwischen Birka und Byzanz
  • Rekonstruktionen, Experimentalarchäologie und Living History in Forschung, Museum und Medien

Aktuelle Projekte

  • Die spätwikingerzeitlichen Bestattungen auf dem Gräberfeld von Havor, Hablingbo sn, auf Gotland. Zwischen traditioneller 'burial archaeology' und moderner anthropologischer Forschung
    Abstract

    Archäologische Analyse und Auswertung der spätwikingerzeitlichen Bestattungen auf dem Gräberfeld von Havor, Hablingbo sn, auf Gotland als Teil einer umfassenden archäologischen und anthropologischen Studie zur Nutzung von Ressourcen in wikingerzeitlichen Bestattungen im Rahmen des Projektbereiches B 06 des Sonderforschungsbereiches 1070 'Ressourcen Kulturen' am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Eberhard Karls Universität Tübingen

  • Der Tod als Ressource – Die Nutzung von Tod und Bestattung als Ressourcen zur Konstruktion von sozialen Identitäten in der skandinavischen Wikingerzeit
    Abstract

    Neben dem rein technischen Aspekt der ‚Entsorgung‘ des toten Körpers, muss eine Bestattung primär als ein öffentliches Ritual innerhalb der lokalen Gemeinschaft betratet werden, das verschiedene religiöse und kultische, aber auch soziale und politische Funktionen erfüllt. Ebenso wie andere öffentliche Feste – z. B. Hochzeiten – erlaubt die hochdynamische Bestattungszeremonie eine Manipulierung der sozialen Realität durch die Niederlegung bestimmter Grabbeigaben, die äußere Form des Grabes oder die Lage des toten Körpers im Grab selber. Dadurch können Tod und Bestattung von den, für die Bestattung verantwortlichen Angehörigen als eine immaterielle Ressource genutzt werden, um ihre soziale Stellung oder politische Ansprüche zu konstruieren, zu legitimieren oder zu sichern. Diese Aspekte werden als Teil des Sonderforschungsbereichs 1070 RessourcenKulturen im Teilbereich B06 ‚Mensch und Ressourcen in der Wikingerzeit. Anthropologische und bioarchäologische Analysen zur Nutzung von Nahrungsressourcen und Detektion von Mobilität‘ untersucht.

  • Multimodalität und multimodale Semiotik im Bestattungsritual als Aspekt der Ritualtheorie
    Abstract

    Die multimodale Wahrnehmung der Umgebung ist das prägende Element des holistischen Erlebens der Lebensrealität eines jeden Menschen. Die Archäologie steht vor dem Problem, diesen zentralen Aspekt menschlicher Existenz zumeist nur in Ausschnitten fassen zu können, so dass häufig von archäologischen Funden und Befunden ausgehend nur eine faktenbasierte Perspektive geschaffen wird. Die enorme emotionalisierte Multidimensionalität einer Wahrnehmung vergangener Lebenswelten wird häufig ausgeblendet bzw. nicht in die archäologische Interpretation mit einbezogen. Gerade die Wahrnehmung von Ritualen - und als solches auch von Bestattungen - durch das Publikum ist jedoch von der multimodalen Perzeption unterschiedlichster und teils auch widersprüchlicherEindrücke geprägt, die erst in ihrer Gesamtheit 'die' konkrete Realität konstituieren.

  • 'Von den Warägern zu den Griechen' – Die skandinavische Wikingerzeit und die Kiewer Rus
    Abstract

    Studien zur Ethnogenese in der Kiewer Rus, zur Konstruktion und Manipulation sozialer Identität und den skandinavischen Einflüssen in den Zentralplätzen Nowgorod, Gnezdovo und Kiew

Abgeschlossene Projekte

  • Der Krieger und die Katze – Eine Reevaluation von Funktion und Rolle der Hauskatze in der skandinavischen Wikingerzeit als Haustier und Begleiter ins Jenseits
    Abstract

    Als ältestes Haustier der Menschheitsgeschichte, als Beschützer und Jagdgefährte, ist der Hund als treuester Begleiter des Menschen auch in der skandinavischen Wikingerzeit zwischen 800–1000 n. Chr. allgegenwärtig. Das derzeit beliebteste Haustier der Deutschen, die Katze, war im Norden zwar erst wenige Jahrhunderte zuvor heimisch geworden, aber schon bei den Wikingern nimmt die aus Vorderasian abstammende Samtpfote eine heraussragende Stellung ein. In der altnordischen Mythologie wird der Wagen der Liebesgöttin Freya von zwei Katzen gezogen und in den Sagas treten Katzen – ähnlich wie im europäischen christlichen Mittelalter – als Begleiter von Seherinnen und Hexen auf. Archäologische Befunde aus Haithabu und dem späteren Schleswig weisen zwar darauf hin, dass Katzen nicht nur zur Jagd auf Kleinnager, sondern auch ihres weichen Pelzes wegen gehalten und geschlachtet wurden, aber auch die Nordmänner konnten sich dem Charme der Stubentiger nicht entziehen. In einer ganzen Reihe von Gräbern aus der wikingerzeitlichen Handelssiedlung von Birka wurden den Toten – Frauen, Kindern, aber auch gestandenen Kriegern – Katzen mit ins Grab gegeben, vermutlich als geliebte Spielgefährten und Wegbegleiter ins Jenseits.

  • Artifizielle Schädeldeformationen in der skandinavischen Wikingerzeit als Embodiment von Distinktionsmerkmalen sozialer Identitäten
    Abstract

    Artifizielle Schädeldeformationen (sog. Turmschädel) sind in Mittel- und Westeuropa in der Forschung durchgängig mit dem Vordringen der Hunnen in der Völkerwanderungszeit zwischen dem 4.–6. Jh. assoziiert. Der sichere Nachweis von intentionaler Schädeldeformation an drei Frauenschädeln aus wikingerzeitlichen Gräberfeldern von der schwedischen Insel Gotland sowie aus dem südosteuropäischen und mittelasiatischen Raum belegen ein längeres Fortbestehen dieser Sitte bis in das 11. Jh. Die schwedischen Befunde eröffnen zudem neue Blickwinkel auf das Verständnis, die Inszenierung und das Embodiment von Identität in der skandinavischen Wikingerzeit.

  • Zwischen Totenfurcht und Büßergestus – Kritische Reevaluation der Bestattungen in Bauchlage in der skandinavischen Wikingerzeit und einer kulturübergreifenden Perspektive
    Abstract

    Das Projekt beschäftigt sich mit sog. 'Sonderbestattungen' auf merowingerzeitlichen Gräberfeldern, bei denen durch abweichenden Bestattungsformen – insbesondere Bestattungen in Bauchlage – eine besondere sozial oder religiös bedingte Identität des Verstorbenen im Grab dargestellt werden sollte. Trotz eines regelmäßigen Auftretens der Bestattungen in Bauchlage ist diese Sitte bisher nicht untersucht worden, sondern wurde unter Verweis auf zumeist neuzeitliche Befunde durchgängig als negativ intendierte Sonderbehandlung gedeutet.

  • Körperlichkeit und Exklusion – Das Zwergen-Konzept des Volksglaubens im Spiegel mythologischer Vorstellungen der altnordischen Sagaliteratur und körperlicher Kleinwüchsigkeit
    Abstract

    Abstract folgt...

  • Terra X 'Zeitreise' – Wissenschaftliche Recherche und Fachberatung für die Sendereihe Terra X im Auftrag von Spiegel TV
  • Theoriekonzepte in der archäologischen Materialitätsforschung
    Abstract

    Analyse und Auswertung verschiedener Theorien zu Materialität im Rahmen der Vorbereitung für den Exzellenzcluster 'Dynamiken gesellschaftlicher Differenzierungen', am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

  • Die De-Kolonialisierung Grönlands im Spätmittelalter. Offene Fragen und naturwissenschaftliche Methoden
    Abstract

    Rechereche zur nordischen Kolonisation Grönlands und den Gründen für die Aufgabe der Siedlungen im Hochmittelalter anhand von naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden

  • Das wikingerzeitliche Gräberfeld von Kopparsvik auf Gotland. Studien zu neuen Konzepten sozialer Identitäten am Übergang zum christlichen Mittelalter
    Abstract

    Dissertationsprojekt

  • Kleidung und Tracht in der altnordischen Sagaliteratur und im archäologischen Fundkontext
    Abstract

    Magisterarbeit