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Auch in der aktuellen Archäologie in Deutschland (02/2019) findet sich ein neuer Artikel von mir, zu einem meiner Lieblingsthemen der letzten Zeit, der Rolle der Katzen in der skandinavischen Wikingerzeit. Der Artikel ist eine kurze, populärwissenschaftliche Vorschau auf ein größeres Forschungsprojekt, das die Funktion und Symbolik der Katze in der Wikingerzeit auf Grundlage der archäologischen Funde neu betrachtet, losgelöst von den späteren mythologischen Quellen.

Im Newsletter der Universität Tübingen ist heute ein Bericht über meine Forschungen zu den artifiziellen Schädeldeformationen in der skandinavischen Wikingerzeit veröffentlicht worden.

Eine neue Studie eines Forscherteams der Universität Reykjavík auf Island hat mittels aDNA-Analysen an Pferden in wikingerzeitlichen Bestattungen aufzeigen können, dass der absolute Großteil der mit ins Grab gegebenen Pferde männlich war. So interessant dieses Ergebnis ist, so problematisch ist doch die daraus gezogene gerade so populäre Schlussfolgerung, die Hengste wären als Männlichkeitssymbol ob ihrer Virilität mit ins Grab gelangt. Ebenso muss die These diskutiert werden, dass in einer so dermaßen auf das Pferd fokussierten Gesellschaft wie in der isländischen Wikingerzeit, die Hengste möglicherweise einfach viel entbehrlicher waren, als die Stuten, die zur Nachzucht benötigt wurden.

Am 15.12.2018 ist mein Chef Prof. Dr. Jörn Staecker, Leiter der Abteilung für Archäologie des Mittelalters der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, im Alter von 57 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Mit ihm verliere ich nicht nur meinen Vorgesetzten am Institut wie auch in meinem Forschungsprojekt im SFB 1070 sondern vor allem auch meinen ehemaligen Doktorvater, akademischen Mentor und privaten Freund.

Während der schwierigen Phase meiner Promotion, besonders aber in den knapp drei Jahren meiner Anstellung am Institut ist Jörn zu der wohl prägendsten Person in meinem beruflichen Leben geworden, der mich als seinen Assistenten intensiv in seine Forschung und besonders in seine Lehrtätigkeit eingebunden hat. Er hat meine eigenen Forschungen von der Doktorarbeit bis zu den letzten Publikationen immer mit großem Interesse, Begeisterung und konstruktiver Kritik begleitet. Gleichzeitig haben wir eine Reihe von gemeinsamen Forschungsprojekten begonnen, innerhalb des SFB 1070 wie auch privat.

Bis wenige Tage vor seinem Tod standen wir in ständigem Kontakt und haben uns über unsere Forschung, besonders aber auch über unsere gemeinsamen Interessen, private Entwicklungen und seine Krankheit ausgetauscht. Trotz seiner zunehmend verschlechterten Gesundheit begleitete er noch Mitte Oktober unsere Exkursion nach Bornholm und zusammen waren wir noch zwei Wochen vor seinem Tod in Stockholm, Zeit für die ich ob der vielen intensiven Diskussionen enorm dankbar bin.

Viele unserer gemeinsamen Projekte wie auch einiges von seiner Forschung konnte er nicht mehr abschließen und ich hoffe, dass ich in den nächsten Monaten die Zeit und Ruhe finden werde, vieles davon in seinem Namen und in seinem Sinne zu vollenden.

Ich trauere mit seiner Frau Nina und seinen Kinder Hanna, Rikke und Felix um einen prägenden Forscher und einen großartigen Menschen.

Passend zu meiner derzeitigen Beschäftigung mit Katzen in der skandinavischen Wikingerzeit ist eine interessante
paläoosteologische Untersuchung zum Größenwachstum von Katzen
ab der Wikingerzeit publiziert worden.

In der NZZ ist ein spannender Bericht über den Mythos Wikinger und das moderne Nachleben der Wikingerzeit erschienen, mit einem Interview mit meiner Kollegin Dr. Katharina Nordström.

In der antike Stadt Patara an der südwestlichen Küste der Türkei wurde ein Wikingerschwert des 10. Jh. gefunden. Der im ersten Moment möglicherweise unerwartet erscheinende Fund ist ein weiterer archäologischer Beleg für die Präsent skandinavischer Händler und Söldner im östlichen Mittelmeerraum sowie für die Bedeutung und Anziehungskraft, die das damalige Konstantinopel (das heutige Istanbul) als Hauptstadt des byzantinischen Reiches und Nabel der Welt auch für die Wikinger gehabt hat.

Der Begleitband zur Ausstellung 'Europa in Bewegung. Lebenswelten im frühen Mittelalter' im Landesmuseum Bonn enthält neben einer Reihe spannender Artikel auch zwei Beiträge von mir, zum einen zur skandinavischen Wikingerzeit und der Kiewer Rus, zum anderen zu Ibn Fadlan und seiner einzigartigen Reisebeschreibung. Die beiden Artikel sind zuvor bereits in der englischen Ausgabe des Begleitbandes erschienen.

In der aktuellen Archäologie in Deutschland (06/2018) ist wieder ein Artikel von mir abgedruckt, diesmal mit dem Thema 'Körpermodifikationen in der skandinavischen Wikingerzeit'. Der Artikel ist eine kurze, populärwissenschaftliche Vorschau auf den kommenden Fachartikel 'Körpermodifikationen als Embodiment von sozialer Identität und als sozio-kulturelle Ressource – Das Fallbeispiel der artifiziellen Schädeldeformationen in der skandinavischen Wikingerzeit'.

Heute mal kindgerechte Wikingerzeit, die Kindernachrichten "klaro" des BR haben mich gebeten, eine kurze Erklärung zu dem neuentdeckten wikingerzeitlichen Schiffsgrab in Østfold zu geben. Wie so oft bin ich wirklich erstaunt, wie viel Kinder über die Wikinger wissen. Einen Mitschnitt des Interviews gibt es hier.